Der Pädagogische Begleithund

Pädagogische Begleithunde werden auch oft als „Co-Pädagogen“ bezeichnet.

 

Auch wenn es letztendlich nur eine Begrifflichkeit ist, ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass ich diese Bezeichnung nicht zutreffend finde.

 

Ein Hund ist kein Pädagoge und handelt auch nicht pädagogisch.

 

Ein Hund handelt grundsätzlich, um seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, d.h. zu seinem eigenen Vorteil. Sein Handeln muss für ihn möglichst Erfolg versprechend sein – mit anderen Worten, es muss sich für ihn lohnen.

 

Seine bloße Anwesenheit macht ihn nicht zu einem „Co-Pädagogen“.

 

Natürlich kann der Hund aber den Pädagogen in seiner Arbeit unterstützen und ihm eine wertvolle Hilfe sein; dies aber auch nur, wenn er entsprechend professionell eingesetzt wird und Hund bleiben darf.

 

Dazu braucht der Pädagoge eine fundierte Ausbildung im Bereich tiergestützter Interventionen!

Ein pädagogisch eingesetzter Hund sollte zwar einen sehr guten Grundgehorsam aufweisen, jedoch ebenso über genügend Freiraum verfügen dürfen, um selbst Eigenes mit einbringen zu können. Gemeint ist hiermit, dass dem Hund so viel Handlungsspielraum eingeräumt werden muss, dass er selbstständig agieren kann, was sich der Pädagoge wiederum für seine Arbeit zu Nutze machen kann. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, wenn der Hund den Befehl eines Kindes verweigert, weil das Kind ihn nicht genau genug ausgeführt hat. Es kann so dazu ermutigt werden, seine Körpersprache gezielter einzusetzen oder auch die Stimmlage in einen selbstbewussten Tonfall zu verändern.

 

Ebenso kann die Befehlsverweigerung auf eine zu hohe Lautstärke oder Unruhe der anderen Kinder aufmerksam machen und dadurch aufzeigen, dass es wichtig ist, sich zu konzentrieren und dass dies mit weniger Ablenkung oder Geräuschbelastung leichter fällt.

 

Auch darf der Hund seine Unlust sowie seine Vorlieben gegenüber bestimmten Aktivitäten zum Ausdruck bringen.

 

Selbst ein Hund, der zurückweicht, wenn ein Kind ihn streicheln möchte, kann pädagogisch sehr wertvoll sein: Es können Vergleiche zum menschlichen Sozialverhalten gezogen werden, indem erklärt wird, dass auch wir Menschen nicht zu jeder Zeit oder in bestimmten Situationen angefasst oder umarmt werden wollen, wodurch zum einen Empathievermögen vermittelt werden kann. Zum anderen kann die Rücksichtnahme auf individuelle Eigenschaften eines Lebewesens bewusst gemacht werden – so hat auch nicht jedes Kind die gleichen Berührungen in gleicher Intensität gern.